Vor 30 Jahren hätte das „Betreuungsgeld“ vielleicht noch Zuspruch gefunden. Heute ist für Väter und Mütter anderes wichtiger: Aus-reichend Plätze mit hoher Qualität und flexiblen Betreuungszeiten in Kitas oder bei Tagesmüttern, verlässliche Grund- und Ganztags-schulen. Nur so können Väter
und Mütter ihren Beruf ausüben und Eltern sein. Jede/jeder weiß: eine Ehe ist kein „Versorgungswerk“ - nur gute Berufsbiographien schützen vor Altersarmut.
Für den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung bis August 2013 fehlen aber noch bundesweit über 200.000 Plätze (auch Ettlingen hat trotz großer Bemühungen noch nicht sein Ziel erreicht). Den Kommunen – für Ausbau und Betrieb der Kitas verantwortlich – fehlt meist das erforderliche Geld. Daher verlangen Städte-/
Gemeindebund auf das „Betreuungsgeld“ zu verzichten. Selbst Arbeitgeberpräsident Hundt hält es für grundverkehrt und appel-liert an die CDU/FDP Koalition von diesem unsinnigen Vorhaben (wenn auch Lieblingsidee der CSU) Abstand zu nehmen. Wer Geld verdienen will oder muss, wird wegen 100 € im Monat nicht zu Hause bleiben. Außerdem wird möglicherweise Kindern, denen der Kontakt zu Gleichaltrigen und die Betreuung in einer Kita zu Gute kämen, dies durch ein Betreuungsgeld vorenthalten.
Deshalb gilt den bisher zwar erst 23 CDU-Abgeordneten unsere Aufforderung: „Tapfer bleiben und weiterhin nein sagen!“
Für die SPD-Fraktion: Dörte Riedel